Loading

Vorschau / Abstracts 2019

Referenten

Michael Ammermann, Düsseldorf: Multizentrische RCT zur manualmedizinischen Behandlung von KiSS

 

 

 

 

 

Die Studie zur manualmedizinischen Einmalbehandlung von Haltungs- und Bewegungsasymmetrien bei Säuglingen im Alter zwischen 3,5 und 6 Monaten begleitet unseren Kongress seit 3 Jahren. Über die Score-Entwicklung und die Pilotstudie haben wir in den letzten Jahren bereits einige Ergebnisse protokolliert. Wir gehen davon aus, im März 2019 die Ergebnisse unserer Hauptstudie präsentieren zu können.


  • Facharzt für Orthopädie/Unfallchirurgie
  • Manuelle Medizin
  • Privatarztpraxis in Düsseldorf
  • Praxisschwerpunkte: Kinderorthopädie
  • Manuelle Medizin, Kniegelenkchirurgie

Sabine Berndt, Etting: TeBa-Therapiekonzept - Hintergrund und Abgrenzung

 

TeBa ist ein Therapiekonzept, das unter fachkundiger Anleitung durchzuführen ist. Bindungs- und Beziehungsschwierigkeiten zwischen Eltern und Kindern sind oft vielschichtig. Deshalb ist es hier wichtig darauf hinzuweisen, dass ein Selbstversuch ohne therapeutische Unterstützung die bestehenden Probleme durchaus verstärken kann. Aus diesem Grund ist davon abzuraten.

Die Therapie zum elementaren Bindungsaufbau (TeBa) ist indiziert, wenn ein Kind oder Erwachsener Schwierigkeiten hat,  das Angebot an Nähe und Beziehung zu Eltern oder zu einer vertrauten Person anzunehmen bzw. sie selbst aktiv aufzusuchen kann.

 

Für Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf ist erfolgreiches Lernen nur dann möglich, wenn es auf eine sichere Bindung zurückgreifen kann.

Denn Lernen und der Aufbau von Motivation erfolgt zu Beginn fast ausschließlich für die Beziehung.

Dies gelingt durch

  • Signale des Kindes erkennen, die richtigen Signale senden
  • Kommunikation vom ersten Tag an / was Spiegeln bewirkt
  • Kontinuierlich an der Bindung arbeiten
  • Eltern aufklären, anleiten und unterstützen
  • Kindern echte Stärke verleihen

  • Ergotherapeutin, SI-Therapeutin
  • LOVT/TeBa Lehrtherapeutin
  • Psychotherapeutin (HPG)
  • Systemische Familientherapeutin
  • Tiergestützte Pädagogik
  • Bobath, Kinesiologie, NLP für ADS-Therapie, Legasthenie und Dyskalkulie
  • Praxis für Psychotherapie- nach dem Heilpraktikergesetz in Etting

Sabine Berndt, Etting: Seminar TeBa-Therapie als Ansatz in der Praxis

 

Die erste und wichtigste Beziehung im Leben eines jeden Menschen, ist die zu Mutter und Vater. Diese Beziehung ist etwas ganz Besonderes und prägt uns für unser ganzes Leben.

 

Da wo Kinder intensiv Nähe, Geborgenheit und Schutz erfahren fühlen wir uns geliebt und in Sicherheit. Die Welt wird zu einem wunderbaren Raum, weil es in ihr einen Ort gibt, der ihnen eine sichere Basis gibt, zu dem sie mit jeder Freude, jedem Glücksgefühl, aber auch in jeder Notlage zurückkehren können.

 

Haben Kinder einen sicheren Ort, der ihnen Stabilität gibt, können sie sich ausprobieren, sich entwickeln und entfalten. Ihre Persönlichkeit formen und mit anderen Persönlichkeiten interagieren. Ja sie dürfen sich in ihrem Ausprobieren sogar erlauben hier und da zu scheitern, denn sie haben diesen einen sicheren Ort, ihre Bindung bei Mutter und Vater, und hier ist alles wieder gut.

 

Was aber wenn diese wichtigste Beziehung im Leben eines Kindes, dieser sichere Ort, den wir alle so dringend brauchen, sich nicht mehr so sicher anfühlt, weil bei der Geburt oder in den ersten Lebensjahren traumatische Dinge passiert sind, die das kleine Ich nicht fassen kann?

Wenn Eltern selbst nie so einen solchen Ort als Kinder erfahren haben und nicht wissen, wie sie ihn für ihr Kind schaffen sollen?

 

Kinder reagieren mit Stress, wenn ihnen die sichere Bindung, die Basis fehlt.

Die Strategien hierbei sind unterschiedlich. Die Kinder ziehen sich zurück, werden unruhig oder ängstlich. Oft auch abweisend oder aggressiv. Dies führt zu mehr Stress, der sowohl die seelische, aber auch die körperliche Gesundheit negativ beeinflusst.

 

Eine sichere, gute Bindung ist jedoch nach dem Stand wissenschaftlicher Forschung nicht nur Grundlage für Wohlbefinden und eine gesunde körperliche und seelische Entwicklung. Sie beeinflusst maßgeblich unsere Kommunikationsfähigkeit und unsere sozialen Kompetenzen. Die Qualität unserer Kooperationsbereitschaft und unserer Fähigkeit zu lernen stehen in kausalem Zusammenhang mit der Qualität unserer Bindung

 

Mit dem Konzept von TeBa ist es möglich, diese Probleme möglichst früh zu erkennen und mit der Behandlung den negativen Trend umzukehren.

 

TeBa zählt zu den Konfrontationstherapien und kann der Behandlung von Angststörungen zugeordnet werden.

TeBa berücksichtigt genauso, wie das LOVT- Konzept das ganze System.

Therapeuten, die mit dieser Therapieform arbeiten möchten, erlernen, wie in der LOVT- Ausbildung, nicht nur Techniken, sondern trainieren ihre Wahrnehmungsfähigkeit, lernen die Ressourcen der Bindungspersonen zu erfassen und so in einem für alle Beteiligten sicheren Rahmen für individuelle Lösungen zu schaffen.


  • Ergotherapeutin, SI-Therapeutin
  • LOVT/TeBa-Lehrtherapeutin
  • Psychotherapeutin (HPG)
  • Systemische Familientherapeutin
  • Tiergestützte Pädagogik
  • Bobath, Kinesiologie, NLP für ADS-Therapie, Legasthenie und Dyskalkulie
  • Praxis für Psychotherapie- nach dem Heilpraktikergesetz in Etting

Dr. Karl-Heinz Bernsdorff, Dortmund: Biss bestimmt Haltung - Haltung bestimmt Biss

 

Kieferorthopädische Patienten wünschen vornehmlich eine Verschönerung ihrer Schneidezahnstellung (social six), also eine Verbesserung des Aussehens.

 

Zunehmend wird aber klar, dass ein falscher Biss auch Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat, auf neurologische Strukturen haben kann und umgekehrt.

 

Dies erfordert dann eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit.

 

Wo werden der Manualmediziner, der Osteopath, der Kiefer- Orthopäde und alle weiteren Fachdisziplinen wichtig?

 

Dieser Vortrag soll eine andere Kiefer- Orthopädie jenseits der social six betrachten, vermutete Zusammenhänge aufzeigen. Aus Sicht des Praktikers. Und dennoch gleichzeitig provokant die Unwichtigkeit des Bisses ohne Bestehen einer Fehlfunktion aufzeigen.


  • Fachzahnarzt für Kieferorthopädie
  • in eigener Praxis seit 1994 mit Schwerpunkt in ganzheitlicher Kieferorthopädie
  • und intensiver interdisziplinärer Zusammenarbeit
  • Mitglied in der GKO, CMD- Dachverband
  • Weiterbildung Craniosacraltherapie, Kinesiologie

Dr. Hans Peter Bischoff, Isny im Allgäu: Workshop Diagnostik und Therapie von SIG-Blockierungen

 

Die Behandlung von SIG-Blockierungen unterscheidet sich – je nach Schule – in ihren Techniken und in ihrer Philosophie. In der Praxis gilt die Therapie von derartigen Funktionsstörungen als eine Herausforderung für den Therapeuten. Ein Blick über den Tellerrand der eigenen Schule und eine Inspiration für eine andere Herangehensweise, wir können viel voneinander lernen. Ein Workshop für manualmedizinisch geschulte Kolleginnen und Kollegen.

 

Inhaltsvorschau Referent:

Das SIG (Sakroiliakal-Gelenk) reagiert trotz seiner geringen Bewegungsausmaße auf hypomobile und hypermobile Störungen mit der Entstehung lokaler oder vor allem pseudoradikulärer Schmerzsyndrome. Es ist oft auch ursächlich oder sekundär an Verkettungssyndromen beteiligt,
Das sicherste Zeichen einer solchen Funktionsstörung ist das Vorliegen des in der Glutaealmuskulatur ( im Bereich des medialen Triggerpunktes des M. glutaeus medius ) zu findenden Irritationspunktes. Dieser gibt im Rahmen der vom Autor als erstem in die manuelle Medizin eingeführten Drei-Schritt-Diagnostik auch die Blockierungsrichtung an.
Therapeutisch kommen sowohl „gezielte“ als auch „ungezielte“ Mobilisations- und Manipulationstechniken zum Einsatz. Dabei bewähren sich von den „gezielten“ Techniken besonders die gleichzeitig an beiden Gelenkpartnern angreifenden Techniken.
Bei hypermobilen Störungen am SIG hat sich die Prolotherapie bewährt.
Die wesentlichen diagnostischen und therapeutischen Techniken werden demonstriert und ggf. geübt.


  • Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie
  • Kursleiter für Manuelle Medizin/Chirotherapie in Isny-Neutrauchburg
  • Leiter der Studentenkurse für Manuelle Medizin an der LMU München
  • Langjähriger Vorsitzender und Ausbildungsleiter des Dr.-Karl-Sell-Ärzteseminars
  • Ehrenmitglied BVOU, DGMM, MWE und ÖAMM

Dr. Hans Peter Bischoff, Isny im Allgäu: Workshop Manuelle Untersuchung und Behandlung der Kopfgelenke

 

Die Kopfgelenke (letztlich der Bereich von C 0 bis C 3) sind nicht nur eine wichtige Schlüsselregion bes. für Hirndurchblutung, Muskeltonus und Stellungskontrolle sondern auch ein Ausgangspunkt für viele Verkettungen. In der Kinderbehandlung sind Schwerpunkte u.a. der Schulkopfschmerz und auch das TAS (Tonusasymmetriesyndrom), das wegen seiner häufigen Zusammenhänge mit den Kopfgelenken auch als KISS bezeichnet wird.
Erste Verkettungsstationen sind vor allem die obere BWS, die erste Rippe und der M. levator scapulae. Die Verbindung zur oberen BWS läuft nicht nur über Muskeln, sondern auch über das Ggl. cervicale superior mit seinen starken Verbindungen nach Th2 und Th3. Auch Verbindungen zu den Kiefergelenken sind zu beachten.
Die manuelle Diagnostik erfolgt nach den Regeln der von Bischoff eingeführten 3-Schritt-Diagnostik. Diese und die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten und ihre Risiken werden demonstriert und geübt.


  • Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie
  • Kursleiter für Manuelle Medizin/Chirotherapie in Isny-Neutrauchburg
  • Leiter der Studentenkurse für Manuelle Medizin an der LMU München
  • Langjähriger Vorsitzender und Ausbildungsleiter des Dr.-Karl-Sell-Ärzteseminars
  • Ehrenmitglied BVOU, DGMM, MWE und ÖAMM

Dr. Mauri Fries, Leipzig: „Viele Experten und ein Baby“ – Entwicklungspsychologische Beratung oder EinPrimaBild

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich unser Wissen darüber, wie sich Babys entwickeln und was sie an Unterstützung brauchen, erstaunlich erweitert. Handling, Interaktion, Bindung wären nur einige Stichworte, die diesen Wandel illustrieren. Diese Entwicklung ist einerseits zu begrüßen, anderseits ist jedoch auch zu beobachten, dass nicht wenige Eltern verunsichert sind. Fachleute neigen dazu, schnell zu bewerten, was Eltern nicht richtig machen bzw. ggf. noch besser machen könnten. Auch dies trägt zu Verunsicherung der Eltern bei.  Um Eltern und Fachleute in diesem Dilemma zu entlasten, soll ein “Experte“ wieder mehr Gewicht bekommen; das Kind selbst. Was das Kind benötigt, bzw. ob Eltern sich ausreichend feinfühlig verhalten, beantwortet das Kind mit seinem beobachtbaren Verhalten. Um Eltern wieder mehr Sicherheit zu geben, suchen wir zunächst Momente von geteilter Freude und Aufmerksamkeit, die eine wichtige Ressource im Miteinander von Babys und Eltern darstellen. Diese in der Praxis bewährte Haltung, z.B. in der videogestützten Beratungsmethode „Entwicklungspsychologische Beratung – EPB – EinPrimaBild“ unterstützt Eltern insbesondere auch in Situationen mit einem gesundheitlich beeinträchtigten Kind.


  • Dipl. Psychologin, HP-Psychotherapie,
  • Systemische Familienberatung und Supervision,
  • Somatic-Experiencing (SE)® Practioner,
  • Fort- und Weiterbildung „Frühe Kindheit“
  • Praxis in Leipzig

Tania Hayn / Dr. Uta Janenz, Berlin: Seminar Kinderorthopädische Krankheitsbilder in der täglichen Praxis - was hat sich in den letzten Jahren verändert?

 

Wir beschäftigen uns in diesem Seminar mit häufig auftretenden kindlichen Krankheitsbildern und auch Funktionsphänomenen am wachsenden Skelett- und Bewegungsapparat. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf den Wandel von Krankheitsbildern und epidemiologischen Phänomenen gelegt, die in den letzten 20 Jahren den Bereich der Kinderorthopädie in Diagnostik und Therapieprinzipien grundlegend verändert haben.

In wohl keinem anderen kleinen Fachgebiet hat es so viel Bewegung gegeben, sodass von den neuen neuen Erkenntnissen der funktionellen und ganzheitlichen Betrachtungsweise des orthopädischen Systems besonders unsere kleinen Patienten profitieren konnten.

 

Tania Hayn und Uta Janenz (Laukens) freuen sich, ihnen  hier als Team aus Praxis- und Klinikerfahrung im Fachbereich Kinderorthopädie für einen interessanten Austausch zur Verfügung zu stehen.


Tania Hayn

 

  • Fachärztin für Kinderorthopädie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Chirotherapie
  • OÄ in der Abteilung für Kinderorthopädie und Traumatologie im Helios Klinikum Emil v. Behring in Berlin und
  • Praxis für Kinderorthopädie und ganzheitliche Orthopädie Berlin, Kurfürstendamm 69, 10707 Berlin
  • Schwerpunkt Fußfehlstellungen und Hüftdysplasie bei Säuglingen und Kleinkindern

 

Dr. Uta Janenz (Laukens)

  • Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie, Kinder und Jugendorthopädie
  • Atlastherapie und Chirotherapie
  • Manuelle Medizin bei Kindern und Säuglingen
  • Praxis für Kinderorthopädie und ganzheitliche Orthopädie Berlin, Kurfürstendamm 69, 10707 Berlin

Tania Hayn / Karola Schwarz-Dennier, Berlin: Seminar Ein manualmedizinisches, sensomotorisches Konzept in der Klumpfußtherapie

 

Der Klumpfuß gehört zu den häufigsten angeborenen Fußdeformitäten. Die Behandlungsmethode nach Ponseti ist die meist angewandte klassische konservative Therapieform. Demgegenüber gibt es eine Vielzahl anderer konservativer Behandlungs-methoden, u.a. die Methode nach Bonnet-Dimeglio.

 

In unserer Berliner Arbeitsgruppe werden seit 2012 Klumpfüße in einer Kombination beider Therapiemethoden, wobei der Schwerpunkt auf die Methode nach Bonnet-Dimeglio liegt, behandelt. Hierbei werden die Füße schon nach Geburt beginnend, mit speziellen manuellen Techniken nach Bonnet-Dimeglio mobilisiert/redressiert, zunächst gegipst, um dann im Verlauf auf die spezielle Tape-und Gipstechnik zu wechseln. Es wird komplett auf die klassische Schienenbehandlung der Ponseti-Methode, wobei beide Füße auf einer Schiene in Schuhen fixiert sind, verzichtet. Zur Rezidivprophylaxe werden spezielle Unterschenkelorthesen angefertigt. Anlehnend an den Vortrag von 2018 wird im Rahmen des Seminars unsere Therapiemethode anschaulich darstellt, ein Schwerpunkt liegt in der Demon-stration der Grifftechniken und des Tapens mit auch einer videoassistierten Patientenvorstel-lung sowie Darstellung weiterer Inhalte der physiotherapeutischen Behandlung der Klump-füße. Dargestellt wird die Arbeit unseres Teams/Netzwerks, das die intensive Zusammenar-beit aus Arzt, Physiotherapeut und Orthopädietechniker beinhaltet. Die Behandlung fokussiert sich nicht nur auf die Korrektur der Fußfehstellung sondern insbesondere auch auf die sensomotorische Entwicklung des Kindes insgesamt.

 

Wir konnten bisher über 50 Patienten mit dieser Methode behandeln. Im Vergleich zur Ponseti-Therapie waren in unserem Patientengut zuletzt nur noch 30-40% Tenotomien der Achillessehnen gegenüber 80-90% im Vergleich zur Ponseti-Methode notwendig.

 

Die Behandlung nach Bonnet-Dimeglio zeigt in unserem Patientengut eine vergleichbare, wenn nicht sogar bessere Korrektur der Fußfehlstellung des Klumpfußes gegenüber Ponseti. Zudem besteht die deutlich reduziertere Indikation zur Tenotomie der Achillessehne, die aus einer verbesserten Korrektur des Rückfußes dieser Methode insgesamt resultiert.


Tania Hayn

 

  • Fachärztin für Kinderorthopädie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Chirotherapie
  • OÄ in der Abteilung für Kinderorthopädie und Traumatologie im Helios Klinikum Emil v. Behring in Berlin und
  • Praxis für Kinderorthopädie und ganzheitliche Orthopädie Berlin, Kurfürstendamm 69, 10707 Berlin
  • Schwerpunkt Fußfehlstellungen und Hüftdysplasie bei Säuglingen und Kleinkindern

 

Karola Schwarz-Dennier

 

  • Physiotherapeutin, Senior Bobath Lehrtherapeutin
  • Sensorische Integration ( SI ), Therapie Bonnet –Dimeglio, Craniosacrale Ostheopathie
  • Versorgung mit sensomotorischen Einlagen, Orthesensystemen und Hilfsmitteln
  • Schwerpunkte: Entwicklungsförderung von Frühgeborenen, Säuglingen und Kindern, Fußfehlstellungen
  • Praxis für Physiotherapie, Canovastr. 2, 12157 Berlin

Dr. Uta Janenz, Berlin: Der Stellenwert der oberen Cervikalregion bei der Behandlung von rezidivierenden Rückenschmerzen und Entesiopathien im Schulkindalter

 

Rezidivierende Schmerzphänomene der Wirbelsäule im Kindes und Jugendalter und auch Kopfschmerzen zeigen seine steigende Inzidenz. Ein Grund für die Rezidivhäufigkeit liegt in der unbehandelten Kopfgelenksstörung , weil hier über das Nackenrezeptorenfeld und die komplexe Konvergenz und das Zusammenspiel mit andren Afferenzen aus Augen/Innenohr und Kiefergelenk eine Fehlansteuerung im efferenten System unterhalten wird. Häufig finden und behandeln wir auch Funktionsstörungen der oberen Kopfgelenke bei Kindern mit peripheren Entesiopathien, die dann zu einer raschen Remission ohne Behandlungswiederholungen kommen. Im Ergebnis unserer klinischen Beobachtungen zeigt sich, dass die Untersuchung und Behandlung der oberen Cervikalregion ein essentieller Bestandteil bei der Behandlung funktioneller Schmerzphänomene am kindlichen Stütz- und Bewegungsapparat ist.


  • Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie, Kinder und Jugendorthopädie
  • Atlastherapie und Chirotherapie
  • Manuelle Medizin bei Kindern und Säuglingen
  • Praxis Kinderorthopädie Berlin

Dr. Fritz Jansen, Neuried: Bindung und Beziehung nach dem IntraActPlus-Konzept

 

Bindung in unserer Gesellschaft zu leben hat meist mehr Vorteile als Nachteile. Der Vortrag versucht hier kurz einen Einblick zu geben, um dann auf die wichtige Frage zu kommen: „Wie baue ich Bindung – oder noch mehr Bindung – in Partnerschaft, Familie, Kindergarten, Schule und Therapie auf. Der Vortrag wird hier für alle Zuhörer verwendbare Vorgehensweisen und Übungen aufzeigen, die mehr als erstaunliche Wirkungen haben und die Bindung in allen Lebensbereichen erhöhen.

Eine positive Beziehung beinhaltet Bindung, ist aber grundsätzlich mehr. Dieses „mehr“ wird beispielhaft mit Hilfe einer Videoanalyse veranschaulicht. Hierdurch wird deutlich, dass Bindung alleine für eine gute Beziehung nicht ausreichend ist.

 

Aus der Gesamtdarstellung wird somit deutlich, woran ich in der Praxis Probleme oder Verdachtsmoment und wichtige Signale erkennen kann.


  • Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie
  • Entwickler des IntraActPlus-Konzeptes Jansen und Streit
  • Psychologischer Psychotherapeut

Dr. Barbara Klein, IBCLC, Frankfurt: Wenn Kinder unstillbar schreien - Wo liegen die Ursachen? Was hilft?

 

Das Schreien eines Babys ist für uns unerträglich. Es kann Eltern zur Verzweiflung bringen und die Bindung zu ihrem Kind und das Vertrauen in ihre Fähigkeiten als Eltern nachhaltig schädigen. Eine gute Bindung ist die Grundvoraussetzung für eine gesunde Entwicklung, deshalb ist es so wichtig, die Eltern ernst zu nehmen und nicht nur darauf zu hoffen, dass sich alles „verwächst“. Wie viel Schreien ist eigentlich normal? Was kann alles dahinter stecken? Neben vielen körperlichen Ursachen, wie z.B KISS, die behandlungsbedürftig sind, gibt es vor allem in den ersten 3 Monaten auch regulatorische Schwierigkeiten. Was bedeutet das genau und welche Möglichkeiten gibt es, die Eltern zu begleiten? In vielen Kulturen wird den ersten 3 Lebensmonaten eine besondere Bedeutung zu gemessen. Die Mütter erhalten in dieser Zeit sehr viel Unterstützung, Wertschätzung und Anerkennung. In afrikanischen Kulturen wird das Schreien in Minuten gemessen, bei uns in Stunden. Ist das Schreien vielleicht auch ein Ausdruck einer nicht „artgerechten“ Lebensweise für unsere menschlichen Säuglinge und unsere menschlichen Eltern?

 


  • Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
  • Still- und Laktationsberaterin
  • Trageberaterin Trageschule Dresden
  • Sozialpädiatrisches Zentrum Frankfurt Höchst

Dr. Barbara Klein, IBCLC, Frankfurt: Seminar Tragen im Tragetuch aus kinderärztlicher Sicht

 

Warum auch 2019 angeborene Bedürfnisse nicht überholt sind

Körperkontakt und das Bedürfnis nach Nähe sind angeborene Bedürfnisse, deren Erfüllung eine Voraussetzung für eine enge Mutter-Kind-Bindung ist. Wie können wir in der heutigen Zeit dieses Bedürfnis stillen? Das Tragetuch ist dafür eine gute Möglichkeit von vielen. Das Kind fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes gebunden und getragen. Es kann sich aus einer sicheren Basis heraus entwickeln. Zusätzlich bietet das Tragetuch viele andere positive und praktische Vorteile. Die Babys sind ruhiger und viele Sinne (vestibulär, visuell, akustisch, olfaktorisch, sensorisch) werden gleichzeitig angeregt. Der oder die Tragende hat die Hände frei, kann den Alltag bewältigen, von A nach B kommen und weiß dabei immer genau wie es dem Schützling geht. Die Bezugsperson wird durch die Ausschüttung von Hormonen (Oxytocin, Prolaktin) belohnt und fühlt in dieser Zeit eine tiefe Verbundenheit. Ich möchte sie im Rahmen des Workshops auf eine Reise in die Geschichte des Tragens und die damit verbundenen positiven Aspekte mitnehmen. Außerdem werden sie praktische Kenntnisse über eine Bindetechnik erwerben und erfahren, was dabei aus kinderärztlicher Sicht zu beachten ist.


  • Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
  • Still- und Laktationsberaterin
  • Trageberaterin Trageschule Dresden
  • Sozialpädiatrisches Zentrum Frankfurt Höchst

Dr. Martin Köhrer, Hamburg: Eltern-Kind-Interaktion - und ihre Misfits

 

Die Vertikalisation des Menschen bringt nicht nur Vorteile: irgendwann schmerzt der Rücken, die Geburten sind oft schwierig, …. aber auch die Kommunikation zwischen den Generationen bekommt neue Hürden.

Der „vertikale“ Erwachsene kommuniziert in menschlicher Sprache zum Kind, das oft eher noch „tierisch“ zuhört und versteht…Gelegenheit für Missverständnisse.

Beobachtungen dazu aus der täglichen kinder-jugendärztlichen, manualmedizinischen  Praxis.


  • Facharzt Kinder- Jugendmedizin
  • Manualmedizin
  • Homöopathie
  • Kinder- Jugendarztpraxis Hamburg

Dr. Martin Köhrer, Hamburg: Seminar Sprache der ersten drei Lebensjahre oder "Die leise Untersuchung"

 

Die Vertikalisation des Menschen bringt nicht nur Vorteile: irgendwann schmerzt der Rücken, die Geburten sind oft schwierig, …. aber auch die Kommunikation zwischen den Generationen bekommt neue Hürden.

Der „vertikale“ Erwachsene kommuniziert in menschlicher Sprache zum Kind, das oft eher noch „tierisch“ zuhört und versteht…Gelegenheit für Missverständnisse.

 

Das Kennenlernen der Häufigen dieser Missverständnisse und das Einbeziehen in die tägliche Untersuchungssituation ist Ziel des Workshops; eine leise und entspannte Untersuchung soll daraus folgen.


  • Facharzt Kinder- Jugendmedizin
  • Manualmedizin
  • Homöopathie
  • Kinder- Jugendarztpraxis Hamburg

Martin Knüdeler, Dortmund: Monozentrische RCT zur manualmedizinischen Behandlung von KiSS

 

Die „Spreewaldstudie“ untersucht die Wirksamkeit der manualmedizinischen Einmalbehandlung bei Haltungs- und Bewegungsasymmetrien von Säuglingen zwischen dem 3,5. und 6. Lebensmonat.

Neben der multizentrischen Studie führen wir am Studienstandort Dortmund zusätzlich eine monozentrische Studie mit 72 Kindern durch. Hintergrund ist das Erreichen einer großen Fallzahl.

Wir diskutieren Ergebnisse und Fallstricke.


  • Facharzt für Viszeralchirurgie
  • Physiotherapeut
  • Gemeinschaftspraxis Freistuhl 3, Dortmund

Martin Knüdeler / Dr. Marc Wuttke, Dortmund: Workshop Grundzüge HiO-Konzept für Manualmediziner/Osteopathen

 

Der Workshop soll sowohl die Philosophie, als auch einige Untersuchungs- und Behandlungstechniken erläutern und vertiefen. Das altbewährte chiropraktische HiO-Konzept („hole-in-one“) wurde von Gutmann und Sandberg in den Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg zunehmend auch gegen anfängliche Widerstände in der „schulmedizinischen Ärzteschaft“ etabliert und auf wissenschaftliche Grundlagen gestellt. Neben der Aktualitätsdiagnostik des Patienten stehen vor allem die funktionell radiologische Diagnostik und deren Übertragung auf ein Behandlungskonzept im Vordergrund. Die Verbindung von sparsamer, aber gezielter mechanischer Mobilisierung und neurophysiologischen Reiz­ Reiz-Antwort-Mechanismen macht diese Art von Manualmedizin so interessant. Warum ist gerade die Kopfgelenks-Region so wichtig und eine Behandlung dort so effektiv?

Der Workshop soll manualmedizinisch oder osteopathisch Tätige und Interessierte mit Untersuchungstechniken im wahrsten Sinne des Wortes in Berührung bringen. Anfassen ist angesagt. Daneben werden spannende Röntgenbilder präsentiert und gemeinsam analysiert und interpretiert. Der Weg von der Untersuchung, über die radiologische Diagnostik, die Interpretation der Befunde hin zur Behandlung soll anschaulich demonstriert werden.


Martin Knüdeler

  • Facharzt für Viszeralchirurgie
  • Physiotherapeut
  • Gemeinschaftspraxis „Freistuhl 3“ Dortmund

Dr. Marc Wuttke

  • Facharzt für Hals- Nasen-Ohrenheilkunde
  • Manuelle Medizin
  • Gemeinschaftspraxis „Freistuhl 3“ Dortmund
  • Schwerpunkt manuelle Säuglings- und Kleinkindbehandlung

Dr. Bettina Küsgen, Köln: KISS zwischen somatischen und psychologischen Therapieansätzen

 

Bei der Diagnose ‚Schreibaby‘ finden betroffene Familien oft wenige therapeutische Angebote, es erfolgt oft Verweis an bspw. Schreiambulanzen/ähnliche Einrichtungen, in denen sich der diagnostische Blick oft automatisch weg von der somatischen Seite der Probleme hin zur Bindungsebene von Mutter und Kind richtet.
In der manualmedizinischen Praxis können wir bei den KISS-Babies oft eindrucksvoll zeigen, dass die manualmedizinische Intervention bei dem Vorhandensein hochzervikaler Dysfunktion einen markanten positiven Effekt auf u.a. das Schreiverhalten erzielt. Das Neugeborene ist (insbesondere zum Geburtszeitpunkt & erste Wochen) ein äußerst somatisches Wesen (s. auch Theorie ‚extrauterines Jahr‘), nicht nur deshalb ist ein Fokussieren auf rein psychologische Aspekte der Probleme kritisch zu hinterfragen. Manualmedizinische Verfahren haben schon vielfach durch wesentliche Therapieerfolge gezeigt, dass viele dieser Fälle nichts mit gestörter Mutter-Kind-Beziehung zu tun haben: Daten / Auswertungen / Beispiele aus unserer Praxis.

 

Fragen / Diskussion: woran liegt es / warum ist das MM Konzept trotz offensichtlicher Erfolge weiter nicht ein ‚Standard‘ in der Diagnostik/Therapie bei Schreibabies?


  • FÄ für Orthopädie / Unfallchirurgie
  • Manualmedizinerin, Chirotherapie
  • Gemeinschaftspraxis Huhnsgasse, Köln

Dr. Dirk Luthin, Hameln: Kau-Kieferregion und Osteopathie

Störungen im Bereich der Kau- und Kieferregion sind ein häufiges klinisches Problem. Oftmals treten diese kraniomandibulären Probleme (CMD) zusammen mit Körperfehlhaltungen oder Beschwerden jenseits der Kiefer- bzw. Kiefergelenksregion auf. Wie lassen sich Patientenbeschwerden einer ursächlichen CMD-Symptomatik zuordnen? Können primäre kraniomandibuläre Störungen von sekundären Problemen mit kraniomandibulärer Mitbeteiligung unterschieden werden? Gibt es hier überhaupt einen linearen Zusammenhang zwischen CMD und Körperfehlhaltung? Oder haben wir es vielleicht mit komplexeren Mustern zu tun? Im Vortrag werden osteopathische Zugänge zum Thema vorgestellt. Im Fokus steht dabei die Vorstellung, das kraniomandibuläre System im Gesamtkontext des Fasziensystems zu sehen. Hierbei wollen wir die Faszie als Teil des Bindegewebskontinuums verstehen, das mit den neuronalen und psychoemotionalen Systemen eng vernetzt ist und die Fähigkeit zu umfassenden sensorischen und regulativen Prozessen besitzt.


  • Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Manuelle und osteopathische Medizin
  • Privatpraxis in Hameln
  • Schwerpunkt Manualmedizin und Osteopathie im Kindesalter
  • Dozent der DAOM/ÄSOM

Dr. Dirk Luthin, Hameln: Workshop Osteopathie bei Kindern – eine Einführung in Theorie und Praxis

 

Der Workshop richtet sich an Interessierte, die noch keine oder nur wenig Erfahrung mit der Osteopathie haben. Welches Kind kann osteopathisch vorgestellt werden? Was wird in einer osteopathischen Sitzung gemacht? Wie erkenne ich eine erfolgreiche Therapie? Der Workshop versucht, Antworten auf die häufigsten Fragen zu geben. Exemplarisch werden osteopathische Denkweisen und Behandlungsansätze für häufige Behandlungsfälle im Kindesalter vorgestellt.

Außerdem werden die Workshopteilnehmer eigene Palpationserfahrungen hinsichtlich faszialer und kraniosakraler Untersuchungsmethoden sammeln können.


  • Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Manuelle und osteopathische Medizin
  • Privatpraxis in Hameln
  • Schwerpunkt Manualmedizin und Osteopathie im Kindesalter
  • Dozent der DAOM/ÄSOM

Dr. Sabine Nantke, IBCLC, Berlin: Manualmedizin und Bindung im Praxisalltag - ein Spagat

 

Möglichkeiten der Mitbegleitung von Bindungsauffälligkeiten vor allem im Säuglings- und Kleinkindalter bieten sich durchaus auch für Manualmediziner. Wichtige Items wie das Verhalten von Säuglingen und Kleinkindern bei Angebot von Blick- und Körperkontakt, Nähe und Distanz als auch  die Reaktion der Kinder nach kurzen Trennungssituationen von ihren Eltern lassen sich im Untersuchungskontext durchaus wahrnehmen und beurteilen. Beratung und Begleitung von Bindungsauffälligkeiten setzt solides Grundwissen, ausreichendes Netzwerk und eigenes therapeutisches Herangehen voraus.  In diesem Vortrag werden Möglichkeiten der Prävention, Diagnostik und frühen Intervention von Auffälligkeiten im Bindungsverhalten im Rahmen der Manualmedizinischen Sprechstunde videogestützt vorgestellt.


  • FÄ für Kinder- und Jugendheilkunde
  • Chirotherapeutin
  • Psychotherapeutin
  • IntraActPlus Ausbildungsleitung
  • Sozialpädiatrische Zentrum im Vivantes Klinikum Berlin Friedrichshain

Prof. Dr. Inga D. Neumann, Regensburg: Die Geheimnisse des Oxytocin-Systems: Soziale Bindung und Trennung, soziale Angst und Stress

 

 

 

 


  • Neurobiologin
  • Professorin für Neurobiologie und Tierphysiologie, Universität Regensburg
  • Leiterin des Departments of Behavioural & Molecular Neurobiology, Universität Regensburg
  • Direktorin des International Elite-Master-Programms “Experimental and Clinical Neurosciences” an der Universität Regensburg

Dr. Beate Rothermel / Dr. Stefan Wilke, Berlin: Workshop Skoliose - Diagnostik und Therapie

 

Im Rahmen des Workshops soll ein kurzer Überblick über die idiopathische Skoliose im Kindes- und Jugendalter in Bezug auf Diagnostik, Progredienzgefahr in den verschiedenen Wachstumsphasen der Wirbelsäule sowie möglicher Therapieoptionen gegeben werden.

Unter den konservativen Therapieoptionen soll die Osteopathie als ein zusätzlicher Baustein der Gesamttherapie in Verbindung mit dem Funktionskettenmodell in Anlehnung der anatomy trains nach Myers dargestellt werden. Basierend darauf wird ein Behandlungspfad vorgestellt.


Dr. Beate Rothermel

  • Fachärztin für Anästhesie
  • Manuelle Medizin, ärztliche Osteopathie, Chirotherapie
  • Praxis für Ärztliche Osteopathie in Berlin

 

Dr. Stefan Wilke

  • Facharzt Orthopädie-Unfallchirurgie, Kinderorthopädie
  • Manuelle Medizin, ÄDO
  • Schwerpunkt konservative Skoliose Behandlung
  • Kinderorthopädiepraxis Berlin-Köpenick

Dr. Robby Sacher, Dortmund: Manualmedizin und Bindung - eine Einführung

 

Die facettenreichen Komplexe rund um KiSS und KiDD standen schon mehrfach im Vordergrund unserer Diskussionen: Im Säuglingsalter bestehen Haltungsauffälligkeiten, motorische Entwicklungsverzögerungen, eventuell vermehrtes Schreien, Stillstörungen u.v.a.m.

Ältere Kinder benötigen Logopädie, motorische Förderung oder die Eltern suchen Rat wegen Verhaltens- und Schulschwierigkeiten. Manche KiDD Kids werden vermehrt dünnhäutig oder dickfellig.

Wir wollen in diesem Jahr die Auswirkungen auf die Interaktion und das Bindungsverhalten in den Focus rücken. Dabei spielt nicht nur die Kind-Eltern-Beziehung eine Rolle, sondern auch die Eltern-Kind-Interaktion. Sie können schon sehr zeitig im frühen Säuglingsalter aber auch später gestört werden. Manche Kinder finden nicht den Weg zum Kuscheln, manche Eltern schaffen es kaum noch, ihre Kinder in den Arm zu nehmen. Anhand von videogestützten Kasuistiken der täglichen Sprechstunde analysieren und diskutieren wir typische Konstellationen.


  • Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Manuelle Medizin
  • Gemeinschaftspraxis „Freistuhl 3“ Dortmund
  • Schwerpunkt manuelle Säuglings- und Kleinkindbehandlung

Dr. Robby Sacher, Dortmund: Seminar Neurologie Teil I - Die neurologische Basisuntersuchung unter Praxisbedingungen

 

Die neurologische Basisuntersuchung setzt Kenntnisse der Grundprinzipien neurophysiologischer Steuerungssysteme voraus. Wir werden uns bemühen, die entsprechende Einführungszusammenfassung (Formen der Cerebralparese und ihre Entstehung, das klinische Bild etc.) übersichtlich und verständlich zu erarbeiten.

Viel wichtiger werden die praktischen Umsetzungen mit einem alltagstauglichen Untersuchungsprozedere. Warum schaut man nach diesem oder jenem, was bedeutet welcher Befund?

 

Anschließend diskutieren wir die neurologischen Begleitbefunde von reversiblen segmentalen Dysfunktionen und ihre Parallelen zu klassisch neurologischen Erkrankungen.

 

In einem dritten Teil werden Kasuistiken aus der Routinesprechstunde vorgestellt und Klippen bzw. Fallstricke analysiert.

 

Stichwörter: 1. und 2. Motoneuron, Klonus, pathologische Reflexe, spinale Myeolpathie, Cerebralparese, Tonusasymmetrie, dissoziierte Empfindungsstörung


  • Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Manuelle Medizin
  • Gemeinschaftspraxis „Freistuhl 3“ Dortmund
  • Schwerpunkt manuelle Säuglings- und Kleinkindbehandlung

Dr. Robby Sacher, Dortmund: Seminar Neurologie Teil II - spezifische Aspekte der Säuglingsneurologie

 

Ausgehend von Aspekten der intrauterinen motosensorischen Entwicklung verfolgen wir die frühen Umbauprozesse des ZNS beim Säugling. Diese sind einer differenzierten neurologischen Untersuchung zugänglich. Ihre Analyse erleichtert die Unterscheidung von zentralen und peripheren Koordinationsstörungen. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die Analyse der General Movements, die muskuläre Tonusentwicklung und – verteilung, die Dynamik der frühen Reflex-/Reaktionsaktivität sowie die Entwicklung der Halte- und Stellsteuerung bis hin zur Interaktion des Säuglings mit der Umwelt.

Vorgestellt wird ein adaptives Untersuchungsschema, das unter Alltagsbedingungen konzipiert wurde.

 

Stichwörter: General Movements, tonische Nackenreflexe, Mororeaktion, Galant, Tonusasymmetrie, Neugeborenenkloni, intendierte Motorik, Fallbeispiele


  • Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Manuelle Medizin
  • Gemeinschaftspraxis „Freistuhl 3“ Dortmund
  • Schwerpunkt manuelle Säuglings- und Kleinkindbehandlung

Dr. Dirk Schnabel, Berlin: Ursachen von Beinachsenfehlstellungen im Kindes- und Jugendalter

 

Beinachsenfehlstellungen treten besonders in Phasen schnellen Wachstums im Kindes- und Jugendalter auf. Neben der physiologischen Genua vara- oder valga-Beinstellung sind pathologische Abweichungen zu identifizieren und differentialdiagnostisch abzuklären.

Vor einer apparativen oder invasiven Intervention durch den Kinderorthopäden /-chirurgen sollten stets zunächst metabolischen Ursachen der Beinachsenfehlstellung ausgeschlossen werden. Differentialdiagnostisch kommen dabei Formen der kalzipenischen oder hypophosphatämischen Rachitis / Osteomalazie in Betracht. Diese sind dann zunächst medikamentös zu behandeln bevor beim Ausbleiben der Begradigung eine chirurgische Intervention erfolgt. Neben metabolischen Ursachen sind des Weiteren u.a. auch angeborene Fehlbildungen, Schädigungen an der Wachstumsfuge (Fraktur, Entzündung) oder Skelettdysplasien als Ursachen für Beinachsenfehlstellungen möglich. In dem Vortrag wird das differentialdiagnostische Vorgehen aufgezeigt.


  • Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie
  • Stellv. Leitung Sozialpädiatrisches Zentrum für chronisch kranke Kinder, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Kinderklinik

Jörg Schröder, Freiberg: Manualmedizin und Bindung - vergleichende Botschaften aus dem Wald

 

Das Lebewesen „Baum“ reagiert, interagiert und kommuniziert, bezogen auf den menschlichen Organismus lassen sich in Verbindung mit Gehölzen durchaus aufschlussreiche Verhaltensrückschlüsse herstellen. Variantenreich ist ihr reaktives Selbstheilungsvermögen. Die körpersprachlichen Charakterzüge besonders von alten Baumveteranen widerspiegeln eine eine lesbare, in Wuchsformen abgeformte Biografie. Eigenschaften, wie Belastbarkeit, Regenerationsfähigkeit in Abhängigkeit von der individuellen Vitalität und der statischen Konstitution münden in Erkenntnissen, die zu einem gezielten, nutzbringenden Eingreifen verhelfen.

 

Bäume kommunizieren stets aktiv mit ihrer Umwelt. Austauschprozesse vollziehen sich nicht nur auf der innerorganismischen Strukturebene, sondern im Interaktionsgefüge sind Bäume auch auf andere Organismen angewiesen. Im Verlaufe seiner Individualentwicklung erwirbt sich jeder Baum eine durch Training erworbene Fitness. Das erfolgreiche Reagieren auf unvorhergesehene, teils dramatische Ereignisse, wie Sturm ist ungeachtet ihrer fest verwobenen Standortgebundenheit das Ergebnis einer evolutionären, genetisch fixierten Überlebensstrategie.


  • Dipl. Forstingenieur
  • Internationaler Hochschulabschluss Umweltwissenschaften, EIPOS (TU Dresden)
  • seit 2002 Stadtverwaltung Freiberg, zuständig für Baumschutz und Freiraumplanung

Dr. Marc Wuttke, Dortmund: Kau-Kiefer-Apparat und Seele

 

Nachdem beim letzten Kongress die Anatomie, Physiologie und verschiedene Behandlungskonzepte im Vordergrund standen, sollen dieses Mal vor allem psychosomatische Aspekte erläutert werden. Die CMD (cranio-mandibuläre-Dysfunktion) eine Volkskrankheit? Was geschieht bei Patienten, die sich „durchbeißen“ müssen, auf die „Zähne beißen“, die knirschen? Welche Rolle spielt das komplizierte Kau-Kiefer-System mit Verbindung zum limbischen und Gamma-Motoneuronen-System? Welche Mechanismen greifen hier? Ist diese „verbissene Region“ nur Beißwerkzeug oder ein potentes Regulationssystem,  gar ein Tor zur Seele? Was für therapeutische Ansätze gibt es? Der Vortrag ist ein Versuch, Antworten zu geben.


Dr. Marc Wuttke

  • Facharzt für Hals- Nasen-Ohrenheilkunde
  • Manuelle Medizin
  • Gemeinschaftspraxis „Freistuhl 3“ Dortmund
  • Schwerpunkt manuelle Säuglings- und Kleinkindbehandlung

Dr. Volker Zwingenberger, Marienberg: Workshop Manualmedizin bei Kindern - Informationsseminar mit praktischen Aspekten

 

In diesem Jahr wird in dem Workshop ein größerer Rahmen für die Präsentation und praktischen Übung eines orientierenden manualmedizinischen Untersuchungsgangs zur Diagnostik von reversiblen peripheren Koordinationsstörungen in möglicher Kombination mit vegetativen Dysregulationen und einer gestörten sensomotorischen Entwicklung beim Säugling und Kleinkind eingeräumt.

 

Diese Störungen sind unter den Synonymen KISS/KIDD-Syndrom oder TAS/SMD-Syndrom bekannt.

 

Vorangehend werden aktuelle Auffassungen der ÄMM und Arbeitsgruppe ZiMMT zu Anamnese, Differentialdiagnose, Spontanverlauf, Behandlungsindikation und Behandlungssequenzen dargestellt.

 

Der Workshop soll für Manualtherapeuten und Nichtmanualtherapeuten eine informative Darstellung von manualmedizischen Auffälligkeiten geben, welche das Vorliegen einer reversiblen peripheren Koordinationsstörung durch persistierende Haltung- und Bewegungsasymmetrie vermuten lassen.

 

Damit eröffnen sich Chancen für eine erfolgreiche manualtherapeutische Verbesserung.


  • Facharzt für Orthopädie
  • Manuelle Medizin
  • Sportmedizin
  • Eigene Praxis in Marienberg/Erzgebirge
  • Lehrer der ÄMM